Nationen werden immer mehr attackiert. Im Cyberspace versuchen diverse Player Territorien und Einflussbereiche geltend zu machen. Sie tun das mit dem vorsorglichen Platzieren von versteckten Zugängen zu wichtiger Infrastruktur und dem Sammeln von Informationen. Der Kampf gegen die Verletzungen der Cybersouveränität ist in vollem Gang.

Die Schweiz ist nicht die einzige Nation, die gegen Viren, Malware und Cyber-Attacken militärische Einheiten einrichtet. Deutschland baut gerade die Abteilung Cyber- und Informationsraum innerhalb der Bundeswehr auf, die am Ende 13’500 Personen umfassen soll. An der Universität der Bundeswehr werden dafür 13 neue Professuren geschaffen, im Sommer haben die ersten 70 Studierenden ihr Studium aufgenommen. Ausserdem wird geforscht – unter anderem in den Bereichen Cyber Defence, Smart Data und Schutz kritischer Infrastrukturen.

Was macht die Schweiz für die Cybersouveränität?

Im Sommer 2018 haben die ersten Schweizer Rekruten die Ausbildung zum Cyber-Soldaten angetreten. Aus 400 Interessenten wurden 18 von Hand verlesen. Sie lernen, sich im globalen Cyberwar zu behaupten, Angriffe auf die VBS-eigenen IKT-Infrastrukturen zu erkennen, abzuwehren oder Schaden zumindest einzugrenzen. Das VBS definiert in seinem Aktionsplan Cyber Defence, neben den Herausforderungen für den Cyber-Eigenschutz auch die Kompetenzen und Fähigkeiten, die nötig sind, um die Betreiber von kritischen Infrastrukturen zu unterstützen. Dazu soll in den nächsten Jahren eine 600 Spezialisten umfassende Cyber-Truppe aufgebaut werden. Dafür werden rund 2 % der VBS-Ressourcen aufgewendet.

Kriminelle und strategische Cyber-Attacken

Grossbritanniens Regierung hat erklärt, eine 2’000 Mann starke Cyber-Truppe aufbauen zu wollen, um auf die Bedrohung durch Russland im Cyberspace zu reagieren. Laut offiziellen Quellen hat Russland 1’000 Cyber-Soldaten im Einsatz. China will lediglich 30 Computerspezialisten in seiner «Blauen Armee» haben, die das Land vor Angriffen aus dem Internet schützt. Das United States Cyber Command weist hingegen offiziell 5’000 Spezialisten aus. Sicher ist bei all diesen Angaben jedoch nur, dass die Regierungen auf die Übergriffe reagieren, die im IT-Bereich tagtäglich erfolgen. Die meisten davon sind kriminelle Cyber-Attacken mit finanziellen Motiven. Darunter befinden sich aber auch Versuche, sich in der technischen Infrastruktur eines anderen Staates einen Einflussbereich oder Foothold zu verschaffen. Eine solche verborgene Hintertür könnten die Angreifer im Falle eines Konflikts nutzen, wobei sich der Erstangriff auf relevante Infrastrukturen und Kommunikationseinrichtungen fokussiert.

Wo liegt also der Handlungsbedarf, um Cybersouveränität zu erreichen? Antworten darauf finden Sie im CyOne Security Wissens-Update: Cybersouveränität unter Belagerung.

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