Die Schweiz beteiligt sich am «Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence» in Estland und profitiert so von internationalem Know-how im Bereich Cyber Security. So lohnend diese Zusammenarbeit auch ist – bei der Umsetzung sind Lösungen mit «Swissness» gefragt, die sich über die gesamte Supply Chain erstrecken. Was Politiker und Behörden tun müssen, damit es zu keinem Widerspruch führt, lesen Sie in diesem Blog.

Estland ist der europäische Digitalisierungsüberflieger. Einerseits tut sich der baltische Staat mit einer fast lückenlosen Breitbandabdeckung und wegweisenden E-Government-Lösungen hervor. Andererseits haben auch die Themen Cyber Security und Cyber Defence für die Regierung einen besonders hohen Stellenwert. Cyber Defence wurde vergleichsweise früh Teil der estnischen Landesverteidigung – nicht zuletzt, weil die Entwicklung hin zum «digitalen Estland» insbesondere in der Anfangsphase immer wieder von Hackerangriffen behindert wurde.

Bereits 2008 initiierte Estland ein internationales Kompetenzzentrum für Cyber-Abwehr. Das «Cooperative Cyber Defence Centre of Exellence» (CCDCOE) hat seinen Sitz in der estnischen Hauptstadt Tallinn; es wird heute von 21 Mitgliedstaaten finanziert. 

Gemeinsame Bekämpfung von Cyber-Risiken und Zugang zu relevantem Wissen

Neu beteiligt sich auch die Schweiz am CCDCOE. Dadurch, so schreibt der Bundesrat in einer Medienmitteilung, werde die internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Cyber-Risiken gestärkt. Zudem erhalte die Schweiz wertvollen Zugang zu Wissen, Forschung und Ausbildung in diesem Bereich. Die Beteiligung leiste damit einen Beitrag zur Umsetzung der nationalen Cyber Security-Strategie.

Internationale Zusammenarbeit ist ein Muss – das ist keine Neuigkeit: Im Alleingang lassen sich die komplexen Herausforderungen der digitalen Welt nicht lösen. Als kleines Land ist die Schweiz in besonderem Mass auf Kooperation über die Landesgrenzen hinweg angewiesen, um sich über Bedrohungslagen austauschen und von anderen Staaten lernen zu können.

In der Umsetzung der Lösungen braucht es aber Schweizer Know-how

So wichtig dieser internationale Austausch und diese Zusammenarbeit auch sind: Wenn es darum geht, konkrete Mittel gegen Gefahren aus dem Cyberspace zu finden, sind eigenständige Lösungen gefragt. Eine Abhängigkeit von ausländischer Soft- oder Hardware ist gerade beim Schutz von Informationen in sensiblen Bereichen wie Militär, Diplomatie oder Bevölkerungsschutz äusserst problematisch.

Folglich müssen Behörden und Unternehmen auf langjähriges Know-how von Schweizer Cyber Security-Experten setzen; diese wiederum sind in der Pflicht, tragfähige Lösungen für die gesamte Supply Chain zu entwickeln. Je mehr «Swissness» in der IT- und Informationssicherheit drinsteckt, desto autonomer und sicherer ist ein Staat. Nur so kann die Schweiz ihre Cybersouveränität langfristig wahren.

Wo liegen die wichtigsten Handlungsfelder, damit die Schweiz ihre Cybersouveränität wahren kann? Lesen Sie mehr dazu im Wissens-Update «Cyber-Sicherheit – nur wenn die gesamte Supply Chain geschützt ist».

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