Projekte im Rahmen des Internet of Things (IoT) sind komplex, weil sie sämtliche Unternehmensbereiche betreffen. Erfolgreich ist nur, wer sich abteilungsübergreifend organisiert und beim Projektmanagement den Nutzen in den Mittelpunkt stellt.

Eine Umfrage von Cisco kam 2017 zu einem ernüchternden Befund: Drei Viertel aller IoT-Projekte scheitern. Andere Studien machen mehr Mut, das Thema anzupacken. Das Marktforschungsinstitut IDG stellte bei seinen jährlichen Umfragen fest, dass der Reifegrad von IoT-Projekten in den letzten Jahren stark zugenommen hat und heute der Grossteil erfolgreich ist. Während 2017 rund 25 Prozent der befragten Firmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz keinen Mehrwert feststellen konnten, waren es 2018 nur noch fünf Prozent.

Die wichtigsten Kriterien für den Einsatz von IoT-Technologien sind gemäss den befragten Unternehmen: höhere Produktivität, geringere Ausfallzeiten beziehungsweise eine höhere Auslastung sowie Kostensenkungen. Weitere Vorteile sind verbesserte Imagewerte, höherer Innovationsgrad und steigende Umsätze. Es spricht also einiges dafür, das Thema IoT anzugehen – bloss wie?

CIO und IT meist federführend

IoT-Projekte verändern nicht nur die Prozesse einer Abteilung, sondern des gesamten Unternehmens. Häufig stellen sie gar das bisherige Geschäftsmodell infrage. Zudem bringen sie auch ganz neue Anforderungen an die Sicherheitsarchitektur mit sich, da durch die Vernetzung von Geräten und Maschinen neue Einfallstore für Cyber-Attacken entstehen. Sicherheit sollte bei IoT-Projekten deshalb oberste Priorität haben und daher von Anfang an miteinbezogen werden.

Durch die grosse Tragweite von IoT-Projekten ist deren Umsetzung unbestritten eine Führungsaufgabe. Deshalb gilt es, frühzeitig einen Projektverantwortlichen zu bestimmen, der die Fäden in der Hand hält und die Umsetzung abteilungsübergreifend steuert. Doch wer ist in den Unternehmen für das Thema IoT zuständig? Gemäss der eingangs erwähnten Umfrage des IDG geben in den meisten Firmen der CIO und die IT-Abteilung den Ton an – sowohl bei der Ausarbeitung und der Umsetzung der IoT-Strategie als auch bei der Auswahl von Dienstleistern, die das Projekt unterstützen.

Eine zentrale Rolle spielt allerdings auch die Geschäftsführung als stärkster Promoter des Themas. Führungskräfte müssen Mitarbeitern und Kunden glaubhaft vermitteln, welche neuen Perspektiven durch IoT entstehen. Wie in jedem Change-Prozess sind bei der Kommunikation mit den Mitarbeitenden Emotionen im Spiel. Es gilt, Mitarbeitenden Ängste zu nehmen und die gesamte Belegschaft für das Projekt zu gewinnen.

Prozesse über Technologie stellen

Nachdem die Verantwortlichkeiten geklärt sind, können die involvierten Personen an einem Tisch zusammenkommen. Bei den ersten Gesprächen steht der interne Nutzen im Mittelpunkt. IoT sollte zunächst nicht als Technologie, sondern als Mittel zur Prozessoptimierung betrachtet werden. Diese Einsicht ist der erste Schritt zum Erfolg. Zu Beginn muss der Fokus auf den Prozessen liegen, die optimiert werden sollen. Diese Perspektive ist wichtig, um das Projekt zu definieren und die Unterstützung der Geschäftsleitung sicherzustellen. Zudem sollten sich die Verantwortlichen in einem ersten Schritt auf erste Basisservices im Unternehmen konzentrieren statt auf zu komplexe Gesamtsysteme. Die Planung soll aber ein stufenweiser Ausbau auf alle erkannten Bereiche ermöglichen.

Wenn ein Unternehmen erstmals über IoT nachdenkt, kann es angesichts der unzähligen Möglichkeiten überfordert sein. Den richtigen Ansatzpunkt zu finden, ist die vielleicht grösste Herausforderung. Unternehmen sollten mit einer nüchternen Bestandsaufnahme beginnen: Zunächst gilt es, die bestehenden Angebote auf ihr Potenzial hinsichtlich IoT zu untersuchen und einen geeigneten Use Case zu identifizieren, der beim ersten Projekt im Mittelpunkt stehen soll.

Ziele, Termine und Budget definieren

So komplex IoT-Projekte auch sind – die bewährten Prinzipien des Projektmanagements behalten ihre Gültigkeit. Wie bei jedem Projekt gilt es zunächst, Projektumfang, Ziele, Termine und Budget zu definieren.

Die Verantwortlichen sollten schon vor dem Start darüber nachdenken, welche Ziele sie mithilfe des IoT-Projekts erreichen wollen, zum Beispiel bezüglich Umsatz oder Produktentwicklung. Schliesslich sollen sich die Zeit, Kosten und der Aufwand für die Umsetzung langfristig auszahlen. Um die Profitabilität des Projekts aufzuzeigen, ist es zentral, den Return on Investment (ROI) klar darzustellen. Nur so kann die Geschäftsleitung für das Thema gewonnen und das nötige Budget gesprochen werden.

Strategie auf Kundennutzen ausrichten

IoT-Projekte haben das Potenzial, Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle zu verändern. Vor allem aber haben sie auch Auswirkungen auf das Kundenerlebnis. Für die IoT-Strategie ist neben dem internen Nutzen deshalb auch der Kundennutzen zentral. Ein klares Nutzenversprechen, das bei den Kunden auf Resonanz stösst, ist entscheidend. Im Mittelpunkt steht daher stets die Frage: Welchen Mehrwert können wir unseren Kunden mit dem IoT-Projekt bieten?

Die Investitionen in ein IoT-Projekt amortisieren sich im laufenden Betrieb. Somit gilt: Klein anfangen und die IoT-Plattform sukzessive ausbauen. Bei der Strategiefindung kann es hilfreich sein, einzelne Handlungsfelder zu identifizieren und diese zu bewerten. Was ist der Effekt der einzelnen Massnahmen und wie schnell und einfach können wir sie umsetzen? Für die Bewertung bietet sich die Eisenhower-Matrix an. Ordnet man die einzelnen Handlungsfelder auf der Matrix ein, wird rasch ersichtlich, welche Massnahmen sich sofort umsetzen lassen und welche mehr Zeit brauchen.

Und wie steht es um die Sicherheit in IoT-Projekten? Dies erfahren Sie im kostenlosen CyOneSecurity Wissens-Update: Sicherheit ein Must für jedes IoT-Projekt.

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